Adriano Grimaldi (r.) war von den Fortunen kaum zu stoppen und steuerte zwei Treffer zum 4:2-Auswärtssieg der Preußen bei. Foto: Peperhowe

4:2-Auswärtssieg bei Fortuna Köln: Drei Punkte bringen sicheren Klassenerhalt

“Wir stehen in der Pflicht”, betonte Cheftrainer Marco Antwerpen vor der Partie bei Fortuna Köln angesichts der mitreisenden Preußenfans. Und diese erfüllten die Adlerträger beim 4:2-Auswärtssieg im Südstadion souverän. Schon im ersten Durchgang hatten die Münsteraner vieles im Griff und gingen mit 2:0 in Führung, im zweiten Durchgang legten sie dann, nach einem kurzen Rückschlag, gegen harmlose Hausherren nach. Das bedeutet für den SC Preußen auch mathematisch den sicheren Klassenerhalt in Liga 3.

Sie haben überzeugt, da waren sich nach dem letzten Heimspiel alle einig. Trotzdem mussten Jannik Borgmann und Cyrill Akono am Samstag zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen, die beiden genesenen Simon Scherder und Adriano Grimaldi erhielten von Cheftrainer Marco Antwerpen den Vorzug. Ansonten vertraute der Fußballlehrer der Mannschaft, die Wiesbaden in die Knie zwang. Demnach war auch Comebacker Benjamin Schwarz wieder im 3-4-3-System auf der linken Bahn unterwegs.

2:0-Pausenführung

Es war eine der kürzeren Anreisen ins Kölner Südstadion, wo die Preußen am 34. Spieltag von perfekten Rahmenbedingungen begrüßt wurden: Die Sonne schien in der Domstadt, der Rasen war in einem sehr guten Zustand und der Gästeblock gut gefüllt. Die Fortuna, Tabellenfünfter der 3. Liga, zeigte in der Anfangsphase, dass sie Fußballspielen können. Sie versuchten vieles spielerisch zu lösen und ließen die Adlerträger im wieder laufen. Die hielten aber dagegen und tauchten selbst immer wieder nach Umschaltsituationen in der Kölner-Hälfte auf, wurden aber erst bei einer Standardsituation zwingend. Martin Kobylanski brachte einen Eckball rein, Lion Schweers stieg im Sechzehner hoch und drückte den Ball über die Linie (17.).

Der Treffer war jedoch für einige Zeit dann das Highlight in einer ansonsten chancenarmen Partie, die sich doch mehr und mehr um den Mittelkreis abspielte. Das störte die Münsteraner, die hinten wieder nicht viel zuließen, aber nicht wirklich. Sie lauerten auf ihre Gegenstöße – und Adriano Grimaldi zeigte das in Perfektion. Einen langen Ball legte sich der Mittelstürmer mit dem Kopf noch einmal vor, nahm Tempo auf und hämmerte das Leder mit links zur 2:0-Führung unter die Latte (35.). Auch Philipp Hoffmann hatte kurz darauf noch eine gute Schusschance, hätte beinahe weiter erhöht. Aber auch so konnten die Antwerpen-Schützlinge mit einem guten Gefühl in die Pause gehen, denn sie hatten die Hausherren über weite Strecken im Griff und der Matchplan des Fußballlehrers ging voll auf.

Rückschlag gut weggesteckt

Als die Preußen nach 15 Minuten wieder auf den Platz zurückkehrten, waren sie mit dem Kopf aber scheinbar noch in der Kabine. Manuel Farrona Pulido schnappte sich auf der linken Seite den Ball und marschierte an gleich drei Adlerträgern vorbei auf die rechte, wo er auf Daniel Keita-Ruel querlegte. An seiner Hereingabe rutschte Simon Scherder zunächst noch vorbei, Fabian Menig legte sich den Ball aber selbst ins Tor – 2:1 (47.). Der Treffer war gleichzeitig der Startschuss für ereignissreiche Minuten: Zunächst hatte Köln noch mehrere gute Schusschancen, aber auch die Preußen tauchten mehrfach vorne auf. Die beste Gelegenheit hatte Tobias Rühle, der allein auf Keeper Tim Boss zulief, aber auch am SC-Keeper scheiterte.

Deutlich besser machte das Philipp Hoffmann, der den Ball mit dem Rücken zum Tor annahm, sich um den Gegenspieler drehte und mit dem linken Fuß ins lange Eck verwandelte (55.). Der Zwei-Tore-Vorsprung war damit schnell wieder hergestellt. Und wurde noch weiter ausgebaut. Die Hausherren waren zunehmend mit sich selbst beschäftigt und ließen den Münsteranern Räume, die sie nutzten. Tobi Rühle hatte über rechts viel Platz, legte in die Mitte quer, wo Adriano Grimaldi völlig alleingelassen seinen Doppelpack schnüren konnte (65.). Der Schlusspunkt war das aber noch nicht, denn die Fortuna bestrafte kurz vor Schluss noch kleinere Nachlässigkeiten der Adlerträger und der eingewechselte Lars Bender verkürzte noch einmal (83.). So richtig glaubten die Hausherren aber nicht mehr an das Comeback und so mussten die mitgereisten Preußenfans auch nicht mehr zittern, sondern durften sich über drei Punkte und damit den sicheren Klassenerhalt freuen.

Die Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Schweers, Kittner, Scherder – Menig (Stoll, 66.), Braun, Kobylanski, Schwarz (Borgmann, 72.) – Rühle, Grimaldi (Heinrich, 77.), Hoffmann

Köln: Boss – Ernst, Fritz (Kurt, 63.), Menz, Pazurek – Kegel, Brandenburger – Ceylan (Bender, 56.), Dahmani (Falahen, 82.), Farrona Pulido – Keita-Ruel

Tore: 1:0 Schweers (17.), 2:0 Grimaldi (35.), 2:1 Menig (ET, 47.), 3:1 Hoffmann (55.), 4:1 Grimaldi (65.), 4:2 Bender (83.)

Gelbe Karten: Menz, Fritz / Menig, Schwarz

Zuschauer: 2.786

Schiedsrichter: Christof Günsch

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