Die Silber-Mädels mit (v. links) Frieda Breitkopf, Tabea Christ, Judith Wessling und Imke Daalmann, die über die 4x100 m Zweite wurden. Foto: Austermann

DM-Medaillen für Preußen-Athleten: U-23-Titelkämpfe ein Erfolg der jungen Truppe

Sich selbst und damit auch namhaften Gegner machten Athleten und Athletinnen des SC Preußen 06 e.V. Münster gehörig Beine: Die Deutschen U-23-Meisterschaften in Leverkusen gehen als Erfolg mit teils herausragenden Resultaten und Platzierungen in die bisherige Saisonbilanz des Adlerclubs ein. Vier Medaillen brachten die Erfolgreichen, von denen viele noch in den jünger besetzten Konkurrenzen starten dürfen, mit nach Hause.

Silber gewann hinter der favorisierten und de fakto starken LGO-Besetzung aus Dortmund mit Schlussläuferin Gina Lückenkemper die 4 x 100-m-Staffel der jungen Damen. Tabea Christ (Jahrgang ’98), Imke Daalmann (Jg. ’99), die altersmäßig nur in der Gruppe startberechtigte Frieda Breitkopf aus dem Jahrgang 2000 sowie Judith Wessling (Jg. ’97) übten ganz schnell großen Druck auf die Konkurrentinnen aus und waren nach 46,12 Sekunden als Zweite im Ziel, das das Team aus Wattenscheid wegen einer Disqualifikation gar nicht erreichte.

„Perfekt“, sagte Preußentrainer Frank Bartschat zu dieser Vorstellung nach den 46,43 Sekunden im Vorlauf. Das Potenzial des kampfstarken Quartetts zeige sich alleine schon durch die Tatsache, dass mit Schlussläuferin Wessling als Älteste genau eine U-23-Athletin dabei war. Und die hatte wenige Stunden zuvor damit zu schaffen, dass ihr über die 400 m als Sechste im B-Endlauf (57,07 Sek.) kein Laufglück beschieden war. Im Vorlauf (56,28) powerte sie zu stark an und hielt nach 200 m das Tempo nicht mehr. Die schweren Beine spürte Judith Wessling dann auch im zweiten Lauf.

Medaille Nummer zwei, und zwar eine bronzene, holte Tabea Christ aus der Weitsprunggrube. Mit 6,21 m und insgesamt fünf Sprüngen über sechs Meter überzeugte die Studentin aus dem U-20-Bereich dank großer Konstanz als Rangdritte. Und besiegte Gegnerinnen, die eigentlich vor ihr landen mussten. „Tabea hat sich riesig gefreut“, erzählte SCP-Trainerin Elke Bartschat. In zwei Wochen steht die international besetzte Gala in Mannheim an, auf der noch Beweise geliefert werden können für eine Nominierung durch den Deutschen Verband für die EM der U-20-Asse in Italien ab dem 20. Juli. Tabea Christ hat bisher alles dafür getan, Dreispringerin Imke Daalmann auch als aktuell zweitbeste Deutsche in dieser Altersriege. Ihr gelang jetzt am Rhein kein gültiger Satz auf einer Anlage, die nur ein Absprungbrett bei elf statt bei neun Metern bot. Mit den Umständen zu kämpfen hatte auch Hammerwerfer Tom Brack (Jg. ’98), der 49,87 m erreichte und das Finale dieser Konkurrenz um winzige vier Zentimeter verpasste.

Weitspringer Björn Ole Klehn (Jg. ’98) ließ dito nur einem Gegner den Vortritt und holte DM-Silber mit 7,54 m. Und nahm die Gewissheit mit, wie beim letzten knapp ungültigen Versuch gesehen, noch viel weiter springen zu können. „Er hat einen super Wettkampf absolviert“, fand Frank Bartschat. Der neue Deutsche Meister Alexander Fuchs hatte das Glück, mit einem wirklich gelungenen Sprung bei 7,62 m zu landen. In dieser Konkurrenz kam Preußens Matthis Leon Wilhelm (Jg. ’97) nicht über drei Versuche und Platz neun mit 7,06 m hinaus.

Beide Springer sprinteten über die 4 x 100 m mit und wurden Final-Fünfte in 41,75 Sekunden (Vorlauf: 41,41). Lukas Genenger (Jg. ’99), der erstmals bei einer DM dabei war, Klehn, Jonas Breitkopf (Jg. ’97) und Wilhelm waren gut unterwegs, nachdem die Wechsel im Vorlauf noch nicht wünschenswert geklappt hatten. „Platz fünf ist ein glatter Erfolg“, beschrieb Frank Bartschat, dass die Bahn eins im Finale jenen engen Radius bot, die groß gewachsene Läufer wie Genenger nun gar nicht schätzen. „Es muss etliche Jahre her sein, dass eine Staffel aus Münster im männlichen U-23-Bereich einen Endlauf erreicht hat“, so Frank Bartschat.

Vor dem Team-Termin schuftete Jonas Breitkopf bestens als Solist über 200 m in 21,21 Sekunden nämlich, die ihm Rang drei und die erste DM-Medaille überhaupt einbrachte. Der formstarke FH-Student stürmte mit einer persönlichen Bestzeit von 21,14 als Sieger ins A-Finale und lief hier in der Qualifikation nach Trainer-Einschätzung ein das bisher technisch beste Rennen überhaupt.

 

 

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