Manuel Sanders ist einer von drei neuen Athleten im Preußen-Dress. Foto(s): Austermann

Ein Athleten-Trio aus Dülmen will sich im Dress des SC Preußen steigern

Ganz zufällig kommt es nicht, dass gleich drei junge Leichtathleten der TSG Dülmen zum SC Preußen 06 e.V. Münster gewechselt sind. Wenn auch Manuel Sanders als der Älteste aus diesem Trio eher sein eigenes Ding machte, trifft er Florian Hornig und David Schepp wieder, die bereits beim Ex-Club gemeinsam im Training standen.

Sanders, Jahrgang 1998, ist leicht auszumachen in der Gruppe. Der blonde Zwei-Meter-Mann ragt eben heraus. Die 400-m-Strecke, die längste Sprintdisziplin dieses Sports, sind seine bevorzugte Distanz. Lange Zeit absolvierte diverse Disziplinen, weil die TSG-Trainer großen Wert auf eine breite Ausbildung legten. Seit er 2016, in der Regel war er hier noch als Zehnkämpfer unterwegs,  die Stadionrunde in Angriff nahm.

„Das war eher Zufall, aber es sprang eine Zeit von 48,18 Sekunden dabei heraus“, erzählte er. Claudia Marx, DLV-Bundestrainerin, bekam Wind davon und riet ihm zur Spezialisierung. 2016 lief Sanders prompt im deutschen U-20-Quartett bei der WM in Polen auf Rang fünf. Ein Jahr später besiegte er die deutsche Altersklassen-Konkurrenz und wurde Siebter bei der EM in Italien. Mit später erreichten 46,63 Sekunden wird er als Sechstbester der Männer in der Bestenliste von 2017 geführt.

Der Verwaltungskaufmann-Azubi der Außenwirtschafts-Akademie in Münster (AWA) pendelte der beruflichen Zukunft wegen schon länger in die Uni-Stadt und genießt jetzt die kürzeren Wege nach Feierabend ab 17 Uhr. In der Leichtathletikhalle am Horstmarer Landweg hat er vormals bereits Krafttraining absolviert. Jetzt wird der Treffpunkt der Preußen auch die Anlaufstelle des in Dülmen lebenden Athleten. „Es wird es vom Umfang her einen Tick mehr, vor allem aber intensiver“, ist Sanders sicher. Sechs wöchentliche Einheiten zu je zwei oder zweieinhalb Stunden stehen an.

Eine siebte soll oben drauf gepackt werden. Mit dem Ziel, die „Unterdistanz-Leistungen“ zu steigern, die auf der den Atem nehmenden Strecke ausbaufähig seien. „Ich bin auf den ersten 100 Metern eher langsam, aber auf den letzten eher schnell“, vergleicht er sich mit anderen Assen. In diesem Jahr können die Europameierschaften der Männer ein Ziel sein, im nächsten die EM seiner U-23-Altersklasse. „Und natürlich denkt unserseins auch an 2020“, sagt er ehrlich. Dann steigen in Tokio die Olympischen Spiele.

SCP_LA_Hornig_FlorianZwei Jahre vorher will Florian Hornig, Jahrgang 2000, sein Abi auf dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Dülmen machen. Der als Dreispringer und Hochspringer aktive Youngster gewann gerade seinen ersten Titel für die Preußen, weil er im Männerfeld die Westfalenmeisterschaften mit einer Dreisprung-Bestleistung von 14,10 m dominierte. Bei der TSG trainierte ihn sein Vater Michael, der den Wechsel unterstützte. „Wegen der besseren Bedingungen hier“, weiß der 1,83 m große Athlet, der mit seinen 63 kg ein Leichtgewicht ist. Eine Stunde für Hin- und Rückweg wird nun eingeplant – und selbstredend die Leistungssteigerung. „Ich möchte gerne international starten.“ Und später vielleicht in Münster studieren.

SCP_LA_Schepp_DavidEin Jahr jünger ist David Schepp, den Michael Hornig ebenfalls ausbildete. „Bei den Preußen finde ich die passende Trainingsgruppe“, nennt der als Mehrkämpfer erfolgreiche Schüler des Berufskollegs in Dülmen die Wechselmotivation. „Die bessere Anlage hier macht auch was aus.“ Aktiv ist der 1,93 m lange Athlet als Hochspringer sowie Diskus- und Speerwerfer. Noch geht das alles zusammen. „Okay, wenn ich im Diskuswerfen weiter kommen will, müsste mehr Masse auf den Körper!“

Der U-18-Starter geht noch dosiert ans Werk, denn eine Meniskus-OP Mitte Dezember verlangt einen vernünftigen Neuaufbau. „Hochsprung geht aktuell noch gar nicht.“ Freuen würde er sich, Ende Februar wieder als Speerwerfer starten zu können – die Norm für die deutschen U-18-Meisterschaften hat er in der Tasche.

Vor genau einem Jahr stand David Schepp, noch als Starter für die TSG, gemeinsam mit Preußen-Weitspringerin Tabea Christ (damals SuS Stadtlohn) auf dem Treppchen – als der Leichtathletik-Ausschuss des Kreises Ahaus/Coesfeld in Vreden die Besten des Jahres 2015 auszeichnete.

Text: Thomas Austermann

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