Frank und Elke Bartschat, die Preußentrainer, sind bestens zufrieden mit der Saison, die dem SCP etliche Auszeichnungen einbrachte. Foto: SCP/Austermann

Leichtathleten erholen sich jetzt: Die Preußentrainer ziehen eine Saisonbilanz

Mit dem Ende der Freiluftsaison sind die Leichtathleten des SC Preußen 06 e.V. Münster in die vergleichsweise stresslose Phase gewechselt. Und erholen sich. Zeit für eine Auswertung: Die verantwortlichen Preußentrainer Elke und Frank Bartschat, monatelang an nahezu jedem Wochenende bei Wetttkämpfen gefordert, ziehen im Interview eine Bilanz und schauen in die Zukunft.

Welches Fazit ziehen die Trainer nach der Saison?

Frank Bartschat: Ein sehr beachtliches. Wir haben alleine 50 Normerfüllungen für Deutsche Meisterschaften – vom U-16-Bereich bis hin zu den Aktiven. Und wir halten fest, dass sich vier Preußenathleten für internationale Wettkämpfe qualifizierten, also EM, WM und Universiade.

Elke Bartschat: Eine solche Breite an Erfolgen hatten wir bisher noch nicht in einer einzigen Saison. Für uns war dieses Jahr bisher ein außerordentlich erfolgreiches.

Und dabei fielen zwei Asse nahezu komplett aus und ein weiteres musste am Ende passen…

Elke Bartschat: Unsere Topleute Lena Malkus und Christoph Garritsen sind immer Medaillenkandidaten. Leider hat es beide nachhaltig erwischt, aber beide werden wiederkommen. Das Ziel ist, ab Oktober mit dem sportartgemäßen Aufbautraining zu beginnen. Lena hatte ja einen Staffelstart in der Halle und schien sich zur Gesundung hin zu entwickeln. Aber die bakterielle Infektion aus dem Vorjahr sorgte für Schienbeinprobleme. Nach einer neuen medikamentösen Einstellung geht es bergauf. Lena verspürt beim Sprinten keinen Schmerzen mehr – und vor allem auch keine am Tag danach. Das ist bereits eine Sensation angesichts der folgenschweren Infektion. Mit ihr und Christoph war ich wiederholt beim DLV-Chefarzt Andrew Lichtenthal in Hanau, der uns Rat gab. Christoph hat sich beim Sprung in ungeeigneten Sand eine Stauchung im Knie zugezogen und eine Blockade im Sprunggelenkbereich erlitten. Und dann schied Björn Ole Klehn vor der U-20-EM auch noch aus.

Dafür sind andere nachhaltig in den Blickpunkt gerückt. War damit zu rechnen?

Frank Bartschat: Ganz sicher nicht in der Form. Unsere Athleten haben ja bei den Deutschen Meisterschaften U23 und U20 sechs Medaillen geholt und bei den Titelkämpfen der Aktiven drei Finals erreicht, bei der Universiade Gold und Bronze geholt und obendrauf die Silbermedaille bei der U-20-EM durch Weitspringerin Tabea Christ.

…die ohnehin eine überragende Saison absolvierte…

Elke Bartschat: Tabea gewann vier DM-Medaillen, im Weitsprung oder mit der Staffel, und das EM-Silber mit 6,41 m im Weitsprung auch noch. Sie kam mit einer großen Erwartungshaltung zu uns. Ich musste sie etwas bremsen, denn angesichts der großen Umstellung, die der Orts- und Vereinswechsel mit sich bringt, durfte sie sich nicht zu viel Druck machen. Aber Tabea hat einen enormen Willen und ging konsequent ihren Weg, nachdem sie sehr früh die Weitsprung-Norm für die Titelkämpfe gepackt hatte.

Frank Bartschat: Viele unserer Athleten haben sich deutlich verbessert und dürfen zuversichtlich sein für die Zukunft. Ein Jonas Breitkopf etwa hat über die 200 m einen regelrechten Quantensprung gemacht im ersten U-23-Jahr. Er suchte ja gezielt den Trainerwechsel und stellte sich konsequent auf alle Neuerungen ein. Er hat Vertrauen gefasst in unsere Arbeit und das hat sich für ihn ausgezahlt.

Wie ist es eigentlich um die Basis in der SCP-Sparte bestellt?

Frank Bartschat: Vor fünf Jahren starteten wir im Verein neu, damals gab es 20 Athleten. Nur Lena Malkus und Maren Silies sind noch immer da – wir haben heute aber 160 Athletinnen und Athleten und besetzen die Bereiche von der U8 bis in die U16 konsequent mit Trainerinnen und Trainern. Aktuell ist die U-14-Altersklasse die leistungsstärkste, hier ist Ronja Siekmann als Trainerin verantwortlich tätig.

Elke Bartschat: Der SC Preußen ist der Verein, der den hiesigen Stützpunkt trägt. Also ist es auch unsere Aufgabe, den Trainerbereich zu entwickeln und die Nachwuchsarbeit auf eine breite Basis zu stellen. Beiden Aufgaben kommen wir nach und erzielen auch mit der „Masse“, die wir inzwischen haben, große Erfolge.

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