So sehen Sieger aus. Foto: Peperhowe

Leidenschaftliche Preußen schlagen Osnabrück im Derby verdient mit 4:1

9.313 Zuschauer kamen am Samstagnachmittag bei echt fiesem Herbstwetter an die Hammer Straße, um das Derby gegen den VfL Osnabrück zu sehen. Die, die nicht im Stadion waren, dürften es bereut haben, denn neben einem nassen Hintern bekamen die Unentwegten auch ein wunderbares Fußballspiel mit fünf Toren zu sehen. Dass vier der Treffer auf das Konto der Preußen gingen, machte den Fußballnachmittag perfekt!

Die bange Frage vor dem Spiel: Kann Grimaldi spielen oder nicht? Die Antwort war nein, und die Sorgenfalten groß. Doch der Spielverlauf sollte zeigen, dasss diese Sorgen unberechtigt waren. Nicht nur, weil Ersatzmann Tobias Rühle einen Sahnetag erwischte, sondern die gesamte Mannschaft von der ersten Minute an überzeugen konnte. Drei Veränderungen hatte Benno Möhlmann vorgenommen, brachte besagten Tobias Rühle, Ole Kittner und Sandrino Braun von Beginn an. Seinem Spielsystem blieb der erfahrene Übungsleiter treu, ließ im zuletzt gewohnten 4-2-3-1 agieren.

SCP mit Traumstart

Wenn sich ein Trainer vor dem Spiel etwas wünschen darf, dann sicher ein frühes Tor und eine Elf, die dran bleibt. Heute sollte dieser Wunsch erfüllt werden. Schon nach vier Zeigerumdrehungen ertönte zum ersten Mal die Tormusik im Rund. Michele Rizzi brachte eine Ecke blitzsauber in den Strafraum, dort lauerte Innenverteidiger Ole Kittner mutterseelenallein, sprang hoch und nickte mit Wucht zur Führung ein. Es war der Auftakt zur besten Saisonleistung der Adlerträger – so viel sei vorweggenommen. Denn die Mannschaft ließ nicht locker, drängte auf das zweite Tor und ließ den Ball in der gegnerischen Hälfte laufen. Vom VfL kam zu diesem Zeitpunkt wenig Gegenwehr, die Niedersachsen schienen noch nicht angekommen zu sein, in der Partie.

Folgerichtig und völlig verdient erhöhten die Preußen schließlich auf 2:0 (29.). Kobylanski, den die Osnabrücker heute kaum unter Kontrolle bringen konnten, flankte von der linken Seite mustergültig in den Sechzehner, wo wieder ein Schwarz-Grüner unbedrängt zum Kopfball kam. Dass es der nicht unbedingt für seine Kopfballstärke berüchtigte Tobias Rühle war, sprach nicht unbedingt für das Abwehrverhalten der Lila-Weißen. Kurz darauf (32.) ein Lebenszeichen der Osnabrücker, als Halil Savran das Leder aus kurzer Distanz knapp über den Kasten zimmerte. So ging es mit der hochverdienten 2:0-Führung in die Pause.

Elfmeter im Minutentakt

Viele der Zuschauer waren nach dem Seitenwechsel noch nicht mal auf ihren Plätzen zurück, da fiel das nächste Tor. Sebastian Mai brachte den frisch eingewechselten Marcos Alvarez im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Sven Jablonski zeigte auf den Punkt. Halil Savran verwandelte mühelos und verkürzte auf 1:2 (47.). Der Ärger über den Elfmeterspiff war noch nicht verdaut, da griff Schiri Jablonski erneut zur Pfeife und entschied auf Strafstoß. Zur Freude der meisten Zuschauer dann allerdings auf der anderen Seite. Nach schöner Kombination kam Tobias Rühle im Strafraum zu Fall und musste länger behandelt werden. Vom Elfmeterpunkt trat Kobylanski an und erhöhte zum 3:1. Da waren 50 Minuten absolviert.

Wer aber dachte, das war es mit den Elfmetern, der irrte. Nur zwei Zeigerumdrehungen später der nächste Pfiff, wieder zugunsten der Adlerträger. Wieder trat Kobylanski an, konnte mit seinem schwachen Schuss aber VfL-Schlussmann Marius Gersbeck nicht überwinden. In der 83. Minute musste der Osnabrücker Torhüter dann aber doch noch einmal hinter sich greifen, weil Nico Rinderknecht eine schöne Staffette über Lennart Stoll und Tobias Rühle zum 4:1-Endstand veredelte. Es war der Schlusspunkt in einem packenden Derby, das einen absolut verdienten Derbysieger fand: Den SCP!

Trainerstimmen

Joe Enochs: “Wir haben uns viel vorgenommen und schon nach vier Minuten kann man das in die Tonne hauen. Dann rennt man nur noch dem Rückstand hinterher. Wir haben einfach zu viele Torchancen zugelassen. Wir hatten vor allem Problemem Kobylanski in den Griff zu bekommen. In der zweite Halbzeit haben wir dann versucht, offensiver zu agieren.”

Benno Möhlmann: “Wir sind alle sehr, sehr froh! Ich bin auch sehr zufrieden. Wir haben das Derby als Chance gesehen und diese genutzt. Von der ersten Minuten an waren wir engagiert und mutig und haben das über die 90 Minuten auch halten können.”

Spieldaten

Aufstellung SCP: Körber – Tritz, Kittner, Mai, Menig – Braun, Rizzi – Hoffmann (73. Al-Hazaimeh), Rinderknecht, Rühle (87. Heinrich) – Kobylanski (82. Stoll)

Aufstellung VfL: Gersbeck – Falkenberg (46. Zorba), Appiah, Susac, Wachs – Krasniqi, Danneberg – Heider, Reimerink (46. Alvarez) – Savran, Iyoha (69. Tigges)

Gelbe Karten: Mai / Falkenberg, Gersbeck, Appiah, Alvarez

Tore: 1:0 Kittner (4.), 2:0 Rühle (29.), 2:1 Savran (48./FE), 3:1 Kobylanski (51./FE), 4:1 Rinderknecht (83.).

Zuschauer: 9.313.

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