Michele Rizzi (m.) erzielt beim 4:2-Auswärtssieg seiner Mannschaft alle vier Tore. Foto: Peperhowe

Michele Rizzi schreibt beim 4:2-Auswärtssieg in Bremen Geschichte

Mit einem 4:2-Auswärtserfolg bei Werder Bremen II schaffte es der SC Preußen Münster am Samstagnachmittag, die englische Woche perfekt zu beenden und in der Tabelle wieder ein Stück zu klettern. Mann des Spiels war ohne Frage Michele Rizzi, der alle Treffer für die Adlerträger im zweiten Durchgang erzielte und damit Vereinsgeschichte geschrieben hat.

Mit zwei personellen Änderungen starteten die Preußen am Nachmittag in die Partie im Schatten des Weserstadions: Max Schulze Niehues ersetzte den verletzten Nils Körber zwischen den Pfosten, außerdem kehrte Mannschaftskapitän Adriano Grimaldi in die Startelf zurück. Er rückte im 4-2-3-1-System in die Sturmspitze, Tobias Rühle wechselte auf die linke Seite. Moritz Heinrich musste zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen.

Umkämpfte erste Halbzeit

Von Beginn an entwickelte sich auf Platz 11 ein umkämpftes Spiel, das von beiden Seiten mit Leidenschaft geführt wurde. In der Anfangsviertelstunde hatten die Adlerträger noch Oberwasser und durch Grimaldi auch eine gute Torchance, mit der Zeit kamen die Hausherren jedoch besser in die Partie. Die Grün-Weißen pressten schon tief in der Hälfte der Preußen und ließen so keinen geordneteten Spielaufbau zu, was der Antwerpen-Elf sichtlich Probleme bereitete. Es häuften sich die Ballverluste und davon profitierten in erster Linie der Gastgeber, der auch in Führung gehen sollte. Über rechts konnte sich die U23 durchtanken und einen Schuss von der Strafraumkante blockte Simon Scherder noch gerade, doch der Abpraller landete vor den Füßen von Niklas Schmidt, der per volley das 1:0 für Weder erzielte (20.).

Der Treffer sorgte aber bei beiden Teams nicht gerade für einen Aufschwung, viel mehr wurde die Partie immer zerfahrener. Lange, häufig unpräzise Bälle prägten das Spielbild, das nicht mehr allzu ansehnlich war. Nach der Pause dauerte es dann kurz, bevor das Feuer auf Platz 11 richtig entfacht wurde und der eingewechselte Michele Rizzi dem Kräftemessen seinen Stempel aufdrückte. Nach einem Fehlpass von Rizzi konterten die Hausherren zunächst mustergültig und erhöhten auf 2:0 (53.), doch den Gegentreffer steckten die Preußen gut weg. Beinahe im Gegenzug tauchten die Münsteraner dann vorne auf und Grimaldi wurde im Sechzehner von Touré zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Rizzi eiskalt und verkürzte direkt wieder (56.). Das sollte sein erster Streich sein.

Immer wieder Rizzi

Acht Zeigerumdrehungen später glänzte Fabian Menig mit einer klasse Seitenverlagerung, Jeron Al-Hazaimeh mit einer klasse Kopfballablage auf Rizzi, der den Ball mit der Brust runterpflückte und per Dropkick versenkte – 2:2 (61.)! Das sollte aber noch nicht das Ende sein, die Jungs von der Hamme Straße wollten jetzt auch die drei Punkte und setzten nach: Einen Abpraller verwertete die Nummer Acht technisch ganz fein und hämmerte den Ball aus gut 16 Metern zur 3:2-Führung in den Kasten (72.). Es war ein lupenreiner Hattrick des Deutsch-Italieners.

Die Bremer drückten in der Schlussphase nochmal mit Wut im Bauch auf den Ausgleich, doch die Defensive, die mittlerweile wieder als Dreierkette agierte, stand sicher. Im Gegenzug fuhren die Münsteraner immer wieder gefährliche Konter, am Samstagnachmittag konnte aber wohl nur einer treffen: Kurz vor Schluss setzten Wiebe und Grimaldi zum Konter an, der Kapitän legte auf Rizzi quer, der trocken abschloss und den 4:2-Endstand erzielte (90.). Es war der Schlusspunkt einer turbulenten Partie, an die sich sicherlich nicht nur Michele Rizzi noch lange zurückerinnern wird.

Die Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Menig, Schweers, Scherder, Al-Hazaimeh – Braun, Wiebe – Hoffmann (Heinrich, 82.), Kobylanski (Rizzi, 46.), Rühle (Kittner, 77.) – Grimaldi

Bremen: Oelschlägel – Touré (Pfitzner, 70.), Caldirola, Volkmer – Barry, Kruska (Young, 81.), Wagner, Schmidt (Jensen, 76.), Bünning – Manneh, Eggestein

Tore: 0:1 Schmidt (20.), 0:2 Manneh (53.), 1:2 Rizzi (56.), 2:2 Rizzi (61.), 2:3 Rizzi (73.), 2:4 Rizzi (90.)

Gelbe Karten: Wagner, Kruska, Touré / Rizzi, Wiebe

Zuschauer: 510

Schiedsrichter: Steffen Brütting

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