Zum ersten Heimspiel des Jahres und zur Premiere von Pavel Dotchev vor heimischem Publikum kamen trotz Minusgraden 5120 Zuschauer an die Hammer Straße und sahen gegen die Reserve von Werder Bremen wie im Hinspiel ein torloses Unentschieden. „Heute hat uns einfach das Glück gefehlt. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich zufrieden, doch mit dem Endergebnis kann man sich nach so einem Spiel nicht anfreunden“, sagte Trainer Pavel Dotchev nach dem Spiel.
Bei seinem Heimdebüt beließ es Dotchev bei der selben Startaufstellung wie eine Woche zuvor in Babelsberg. Der neue Coach der Preußen setzte auf sein erfolgversprechendes 4-4-2-System und vertraute Radovan Vujanovic und Marco Königs im Sturm. Von Beginn an nahmen die Hausherren das Zepter in die Hand und fuhren des Öfteren ihre Angriffe über die linke Außenbahn. Davon profitierte Vujanovic, der mehrmals in Szene gesetzt worden konnte und den Ball entweder direkt aufs Tor brachte oder das Spielgerät gut auf seine Mitspieler zurücklegte.
In der 30. Minute musste Dotchev zum ersten Mal wechseln und brachte für den gut aufspielenden Benjamin Siegert, der nach einem rustikalen Foulspiel von Jonathan Schmude angeschlagen vom Platz musste, mit Nejmeddin Daghfous einen frischen Mann. Danach wurden auch die Gäste von der Weser etwas stärker und versuchten die Defensive der Preußen durch Konter auszuhebeln. Die Adlerträger antworteten mit flüssigem Kombinationsspiel und so hatte Torjäger Königs kurz vor der Halbzeit nach einer guten Pass-Stafette und einer Hereingabe von der linken Seite durch Jens Truckenbrod die Chance, per Kopfball einzunicken. Der Neuzugang fand in Werders Torwart Christian Vander seinen Meister.
Der zweite Durchgang gestaltete zunächst ausgeglichener. Beide Mannschaften hatten ähnlich viele Spielanteile, kamen meist aber nur bis zum gegnerischen Strafraum, liefen sich aber doch an den Abwehrreihen fest. In der der 61. Minute meldeten sich die Mannen von Pavel Dotchev dann aber mit einer guten Möglichkeit zurück. Im Sechzehner konnte sich Königs gekonnt durchsetzten und brachte einen scharfen, flachen Ball auf Sturmpartner Vujanovic. Der Serbe zog direkt ab, doch wieder war Vander zur Stelle. In der Folge fanden die Adlerträger wieder zu ihrem guten Kurzpassspiel und setzten die Gäste aus Bremen zunehmend unter Druck.
In der 70. Spielminute erreichte die Druckphase der Hausherren dann ihren ersten Höhepunkt, als der eingewechselte Linksaußen Björn Kluft sich wunderbar durchsetzen konnte und stark auf Königs zurücklegte. Der Winter-Neuzugang bekam das Spielgerät perfekt vorgelegt und beförderte es mit einem satten Schuss aus kürzester Distanz an die Latte. Mit dieser Aktion zündeten die Adlerträger ein regelrechtes Offensivfeuerwerk: erst scheiterte Truckenbrod aus der Distanz am rechten Innenpfosten und unmittelbar im Anschluss fehlte Vujanovic das Glück gegen Schlussmann Vander. Obwohl Dotchev vier Minute vor Schluss mit Babacar N’Diaye noch einen Offensiv-Joker brachte, blieb es nach 90. Minuten beim 0:0.
„Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Heute haben wir wieder nichts zugelassen und mit den Latten- und Pfostentreffern natürlich Pech. Der Mannschaft kann man heute keinen Vorwurf machen“, war Dennis Grote mit der Leistung am Freitag zufrieden. „Wenn wir weiter so hart arbeiten, dann holen wir in den nächsten Spielen auch die Punkte. Heute haben wir einfach zu wenig Glück gehabt“, ergänzte der unter Flutlicht stark aufspielender Jens Truckenbrod. „Die Mannschaft hat heute alles weggeräumt und nichts zugelassen. Die Bremer habe ich nicht so schlecht gesehen, denn die Gäste waren bei Konten stets gefährlich“, beschrieb Torhüter Daniel Masuch das Spielgeschehen. „Das ist ärgerlich. Wir haben uns heute mit unseren Riesenchancen einfach nicht belohnt. Das Spiel müssen wir hinnehmen und es abhacken“, blickte Kapitän Stefan Kühne schon auf die nächsten Spiele.
„Wir waren schon oft die bessere Mannschaft und haben keine Punkte mitgenommen. Mit dem Punktgewinn bin ich heute nicht zufrieden, aber wie er zu Stande gekommen, ist für mich völlig okay“, sagte Gäste Trainer Thomas Wolter zur Partie. „Die Bedingungen waren heute schwer und es war nicht einfach für die Jungs. Wir hatten die besseren Torchancen, haben druckvoll nach vorne gespielt, wollten hinten aber nicht ins offene Messer laufen“, beschrieb Dotchev das Spiel seiner Mannschaft. „Wir wollten uns bei der Premiere mit drei Punkten belohnen. Leider ist es uns nicht gelungen. Doch auf diese Leistungen kann ich aufbauen und vom Ergebnis ist es schade, aber in Ordnung.“
| 1 | Karlsruher SC | 79 |
| 2 | Arminia Bielefeld | 76 |
| 3 | VfL Osnabrück | 73 |
| 4 | SC Preußen 06 e.V. Münster | 72 |
| 5 | 1. FC Heidenheim | 72 |
| 6 | Chemnitzer FC | 55 |