Foto: Die Onlineredaktion des SC Preußen 06 e.V. Münster führte ein interessantes Interview mit dem neuen Preußen-Coach Pavel Dotchev. (Foto: Sebastian Sanders) 
27. Januar 2012 - 11:19 - 1.Mannschaft

Interview mit Pavel Dotchev: „Eine Mannschaft ohne Fans ist keine Mannschaft"

Am Dienstag stellte der SC Preußen 06 e.V. Münster auf einer Pressekonferenz mit Pavel Dotchev den neuen Coach der Adlerträger vor. Der 46-jährige Bulgare mit deutschem Pass unterschrieb in Münster einen Vertrag bis 2013 und freute sich sichtlich auf seine Aufgaben in seinem neuen Amt. Die Onlineredaktion des SC Preußen 06 e.V. Münster führte drei Tage nach dem Amtsantritt bei den Adlerträgern ein erstes Interview mit Dotchev und stellt den neuen Übungsleiter nun vor.

Herr Dotchev, Sie sind jetzt in Münster und Trainer bei den Preußen, was sagen Sie dazu?  

Als der Anruf vor wenigen Tagen kam, habe ich nicht lange gezögert und sofort zugesagt. Ich bin sehr, sehr froh, dass alles so gut und schnell geklappt hat und ich jetzt hier bin. Natürlich freue ich mich auf diese Aufgabe, denn Preußen Münster ist eine tolle Adresse und ein Club mit Fankultur, Ambitionen und Tradition. Bei einem richtigen Traditionsverein arbeiten zu dürfen, ist immer schön. Außerdem ist Münster eine wunderbare Stadt mit viel Lebensqualität. Ich war schon ein paar Mal hier und es hat mir gut gefallen, doch mein Fokus ist im Moment ganz klar auf den Verein gerichtet, das ist was jetzt zählt und wichtig ist.

Wie kann man sich Herrn Dotchev privat vorstellen? Sind Sie ein Familienmensch und gibt es Dinge, die Ihnen wichtig sind, wenn mal neben dem Fußball Zeit bleibt?

Ich bin auf jeden Fall ein Familienmensch. Ich bin seit 26 Jahren verheiratet und habe zwei ältere Söhne. Die Familie bedeutet mir sehr viel und über die Unterstützung meiner Frau muss ich mir keine Sorgen machen. Wenn ich Zeit habe, spiele ich in meiner Freizeit auch gerne mal die eine oder andere Partie auf dem Tennisplatz.

 In Paderborn wurden Sie bekanntlich zum „Trainer des Jahrhunderts“ gewählt. Wie wird man ein solcher Trainer und was zeichnet diesen aus? Was sind Sie also für ein Trainer-Typ?

So eine Wahl zu gewinnen ist selbstverständlich eine schöne Sache. Ich habe damals in Paderborn viel Herzblut in den Verein gesteckt. Das will ich auch in Münster tun und mein Bestes geben. Ich denke, dass ich ein authentischer und gradliniger Typ bin. Ich habe klare Vorstellungen und arbeite erfolgsorientiert. Das  offensive Fußballspiel bevorzuge ich  und will, dass wir auf dem Platz agieren, damit will ich aber nicht sagen,  dass wir jetzt Hurra-Fußball spielen werden. Ich bin sehr kooperativ  aber mit einer klaren Linie. Man könnte sagen: ich bin ein „demokratischer Diktator“.

Sie übernehmen jetzt eine neue Mannschaft. Was zeichnet diese aus und gibt es vielleicht besondere Spielertypen?

Auf jeden Fall ist es eine gute Truppe. Die Mannschaft besteht aus einigen jungen talentierten Spielern, schon sehr erfahrenen Akteuren und sogar aus Nationalspielern. Es ist eine gemischte Palette mit gegebener  Qualität. Marc Fascher hat gute Arbeit geleistet und dafür gebührt ihm auch Anerkennung. Ich will jetzt keinen kompletten Neuanfang durchführen. Unser Ziel ist es, das Team weiter auszubauen, die gute Arbeit fortzusetzen und uns punktuell zu verbessern.

Wie würden Sie den Saisonverlauf und die aktuelle Situation bei den Preußen beschreiben?

Die Tabelle täuscht nicht unbedingt. Die Mannschaft hat gut angefangen, aber dann ist die Aufstiegs-Euphorie etwas verpufft. Man darf nicht vergessen, dass das Team seit zehn Spielen nur einen Seig eingefahren hat. Es wird wichtig sein den Abwärtstrend zu stoppen und wieder dort hinzukommen, wo die Jungs vor ein paar Monaten standen. Wir müssen zu den alten Stärken zurückfinden und mit Selbstvertrauen und Dominanz auf dem Rasen auftreten.

Wenn man auf die nächsten Partien schaut. Was werden jetzt Ihre kurzfristigen Ziele bei den Adlerträgern sein und was haben Sie langfristig mit den Preußen vor, denn ihr Vertrag läuft bekanntlich bis zum Sommer 2013?

Einen besseren Einstand für einen Trainer, als drei Punkte im ersten Spiel zu holen, gibt es sicher nicht. Die Stimmung ist zurzeit gespalten, aber ich betone, dass eine Mannschaft ohne Fans nicht funktioniert und anderes herum ist es genauso. Wir wollen in dieser Saison möglichst schnell nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wenn es dann weiter nach oben geht, habe ich auch nichts dagegen. Nach dieser Saison wollen wir uns punktuell verstärken und dann wieder voll angreifen. Es geht darum, das Beste für den Verein zu machen. Dabei ist der Name des Trainers unwichtig, denn es geht um die Philosophie des Vereins. Wenn alle zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen.

 

Pavel Dotchev und der SCP, das passt, weil…

…ich einen SCP (SC Paderborn) schon zwei Mal aufgebaut habe!

Arthur Ril
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