Die Folge der witterungsbedingten Spielabsagen aus dem Februar waren unangenehme englische Wochen mit einigen Nachholspielen. Und deshalb dominierten diese im März das Tagesgeschäft in der 3. Liga.
Mit einem gestärkten „Wir-Gefühl“ reiste das Team um Cheftrainer Pavel Dotchev nach Aalen, kam aber leider ohne Punkte nach Münster zurück. In einer durchwachsenen Partie entschied die Schlussphase das enge Spiel zu Ungunsten der Preußen. Martin Dausch zirkelte in der 88. Spielminute das Leder per Freistoß gekonnt in das Tor und bescherte seinem VfR Aalen neben dem 1:0-Heimsieg gleichzeitig die Tabellenführung.
Es sollte eine turbulente Woche folgen: Zunächst verlängerte der SC Preußen 06 e.V. Münster den Vertrag mit dem sympathischen französischen Innenverteidiger Clement Halet vorzeitig um ein weiteres Jahr. Nach vierwöchiger Heimspielpause durften sich die Fans endlich wieder auf ein Spiel an der Hammer Straße freuen, bei dem Maximilian Schulze Niehues sein Drittliga-Debüt feiern sollte.
Doch das Spiel hatte für alle Preußen einen faden Beigeschmack, denn Publikumsliebling Babacar N’Diaye zog sich im Abschlusstraining vor dem Aufeinandertreffen einen starken Bluterguss im Oberschenkel zu und musste notoperiert werden. Angreifer N’Diaye stand danach bis heute nicht auf dem Fußballplatz und auch die erste Heimniederlage der Adlerträger in der dritten Liga hätte man am liebsten vergessen.
Joe Vunguidica brachte sein Team in der ersten Hälfte noch in Führung, doch Preston Zimmerman und Uwe Hesse sorgten mit ihren Toren für den 1:2-Endstand gegen die Lilien aus Darmstadt. Im Nachholspiel in Stuttgart mussten sich die mitgereisten Preußenfans mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Nach einem Distanzschuss von Raphael Holzhauser und einem verwandelten Foulelfmeter durch Kapitän Stefan Kühne hieß es nach 90 Minuten 1:1.
Dann startete der Countdown für das mit Freude erwartete Westfalenderby und die Zuschauer sollten nicht enttäuscht werden. Bielefeld ging durch den Arminen Manuel Hornig in Front, doch Dennis Grote beförderte die Kugel mit einem phänomenalen Schuss aus zirka 30 Metern in die Maschen. In der 53. Minute ging Arminia durch Sebastian Hille wieder in Führung und hatte den 2:1-Heimsieg schon fest eingeplant. Dann schlugen allerdings die „Last-Minute-Preußen“ in Form von Joe Vunguidica zu und erzielten in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich.
Sogar im Cineplex verfolgten über 200 Fans beim Public Viewing das packende Derby und feuerten die Jungs von der Hammer Straße an, die als moralischer Sieger von der Alm zogen. Es folgte ein erneutes 1:1 im Heimspiel gegen Wehen Weisbaden, bei dem Stefan Kühne und Zlatko Junjic jeweils vom Punkt aus erfolgreich waren. Gegen Carl Zeiss Jena sollte Pavel Dotchev seinen ersten Heimsieg als Preußen-Trainer feiern. Björn Kluft, der in dieser Phase der Saison immer wichtiger für sein Team wurde, erzielte das Tor des Tages und ließ das Rund des Preußenstadions nach wichtigen drei Punkten gegen den Abstieg durchatmen.
In Regensburg wollten die Schützlinge von Dotchev einen weiteren Schritt machen, doch es galt an einem „schwarzen Tag“ eine schmerzhafte Niederlage zu verkraften. Die Schwarz-Weiß-Grünen verloren nicht nur das Auswärtsspiel mit 2:1, sondern auch Rechtsverteidiger Marco Riemer mit einer Sprunggelenksluxation und gebrochenem Wadenbein. Riemer war es, der mit seinem Kopfballtor für die Führung sorgte und sich in der gleichen Situation schwer verletzte. Dann kam es Schlag auf Schlag: Erst Secuk Alibaz, dann Thomas Kurz und die Preußen gaben mit der Partie auch den Sieg aus der Hand. Wie das heiß ersehnte Derby gegen den VfL Osnabrück ausgegangen ist und wie die Preußen die Klasse gehalten haben, lesen Sie in unserem nächsten Rückblick am Dienstag.
| 1 | Karlsruher SC | 79 |
| 2 | Arminia Bielefeld | 76 |
| 3 | VfL Osnabrück | 73 |
| 4 | SC Preußen 06 e.V. Münster | 72 |
| 5 | 1. FC Heidenheim | 72 |
| 6 | Chemnitzer FC | 55 |