Überraschend auf den Bronze-Rang in der U 20 liefen (v. l.) die Weitsprung-Meisterin Tabea Christ, Imke Daalmann, Frieda Breitkopf und Berenike Paul. Foto: SCP/PR

Preußen-Athleten krönen die Saison mit zwei Medaillen bei der Jugend-DM in Ulm

Drei, zwei, eins! Mit der wertvollsten aller Medaillen komplettierte Weitspringerin Tabea Christ vom SC Preußen 06 e.V. Münster ihre Saison-Sammlung und ist neue Deutsche Meisterin in der Altersklasse U 20. Die Dritte der U-23-DM und Zweite der Europameisterschaft in der U 20 schaffte es bei den Jugend-Titelkämpfen in Ulm tatsächlich, die passende Spannung aufzubieten und die Konkurrenz in Schach zu halten. Mit der Sprintstaffel stürmte die Meisterin auch noch auf den Bronze-Rang und krönte eine sensationelle Preußen-Saison.

Im Donaustadion waren fünf SCP-Starter als Solisten teils mehrfach gefordert, zudem das Staffelquartett über die 4×100 m. Angenehm war das Klima kaum – hohe Temperaturen und „schwere Luft“ gingen an die Substanz.

Die EM-Zweite im Weitsprung, Tabea Christ, startete zunächst im 100-m-Wettbewerb und gewann  in 11,88 Sekunden ihren Vorlauf deutlich in Bestzeit. Sie war nach allen solchen Fünftschnellste, verzichtete aber auf die Wettkampffortsetzung und meldete den Start im Zwischenlauf ab. Denn der ausgemachte Schwerpunkt lag nun einmal woanders: Im Weitsprung legte sie als als Meldelistenbeste (6,41 m) direkt im ersten Versuch mit 6,28 m vor und führte sofort, ehe sie über 6,13 m wieder auf 6,28 m kam und dann sogar auf 6,30 m im fünften Versuch. Dreimal lag sie besser im Sand als die Konkurrenz.

„Die Entscheidung, die 100-m-Fortsetzung weg zu lassen, war eine harte. Aber eine richtige“, sagte Preußentrainer Frank Bartschat. Die Umstellung von einer EM auf die letzte DM musste erstmal bewältigt werdem. „Sie hat einen eisernen Willen, sie wollte den Medaillensatz komplett haben und unbedingt Gold holen. Tabea hat eine enorme Konsequenz bewiesen.“

Imke Daalmann wurde Sechste im Weitsprung der U 20 mit 5,92 m und schaffte diese Marke im dritten Versuch. Im Dreisprung fehlten ihr als Sechste (11,99 m) nur zehn Zentimeter zu Bronze. Nach zwei ungültigen Versuchen schaffte sie ihr bestes Ulmer Resultat und kam im fünften Versuch (11,85 m) noch einmal nahe heran. „Sie schulterte eine Doppelbelastung, und zwar bemerkenswert“, sagte Frank Bartschat und wies darauf hin, dass Imke Daalmann beim Dreisprung zwischen Sprunganlage und Staffelstart hin und her wechselte.

U-20-Starter Lukas Gengener lief im Vorlauf nach einem kleinen „Hänger“ beim Start in 11,00 Sekunden in neuer Bestzeit die 100 m und über 200 m in 22,30 wie erhofft in die nächste Runde, und zwar in das B-Finale. Hier finishte der vom Radunfall gehandicapte Starter als Fünfter in 22,41 Sekunden. Hammerwerfer Tom Brack (U 20), der sich auf Rang fünf der Meldeliste vorgearbeitet hatte, blieb ohne gültigen Versuch im Elitefeld. Dreimal trat er an, aber kam keinmal in die Wertung im 17-köpfigen Feld. Beim Einwerfen schaffte er noch mehrmals 60 m und mehr, aber im Wettkampf klappte nicht mehr viel.

U-18-Sprinterin Frieda Breitkopf setzte über 200 m direkt am frühen Sonntagvormittag als Siegerin eines Vorlaufs in 24,99 Sekunden ein Zeichen als Fünftschnellste im riesigen, 37-köpfigen Teilnehmerinnenfeld. Im Endlauf war sie noch schneller und wurde in einem engen Rennen Siebte in 24,94 Sekunden mit ihrer zweitschnellsten Zeit. Auch sie musste blitzschnell umschalten vom Solo-Einsatz zum Staffel-Geschehen. Über die 100 m war sie zuvor in 12,29 Sekunden Dritte ihres Vorlaufs und 17. aller Teilnehmerinnen. Im Zwischenlauf reichten die 12,34 dann nicht mehr, um als erneute 17. des reduzierten Feldes im (Endlauf-)Geschäft zu bleiben. „Frieda hat ein herausragendes Jahr absolviert“, wertete ihr Trainer.

Die 4x100m-Staffel in der U 20 startete mit Christ, Daalmann, Breitkopf und Berenike Paul (Jahrgang 2001). Die Preußen waren mit der fünftbesten Zeit gemeldet, rannten im Vorlauf mit 47,47 Sekunden ins Finale als viertbeste aller Gruppen. Und sie packten dann zu, denn im Finale brachten die 47,25 Sekunden für die sehr jung besetzte Mannschaft Rang drei hinter Gladbeck und Wattenscheid.

Dieser Erfolg kam durchaus unerwartet, denn Berenike Paul sprang ins kalte Wasser und löste ihre Aufgabe mit Bravour. „Alle liefen wie an einer Schnur gezogen“, zollte Frank Bartschat Respekt. Die Jüngste musste vorab noch umgeschult werden, denn in die U-18-Staffel lief sie als Startläuferin und in dieser nun auf den letzten Metern. „Es gab einen regelrechten Crashkurs, was den gelungenen Wechsel angeht“, beschrieb Frank Bartschat. Blitzschnell gelernt hat die Preußenathletin auf jeden Fall.

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