Bei der SpVgg Unterhaching brachte Luca Schnellbacher viel Schwung ins Spiel und traf zum zwischenzeitlichen 1:2. Im Heimspiel gegen Großaspach fiel er dann kurzfristig aus. Jetzt ist Schnellbacher wieder fit und brennt auf einen Einsatz. Foto: Steinbrenner

Als Außenseiter nach Ingolstadt: „Die Rolle, die uns in den letzten Spielen stark gemacht hat“

Der Mannschaftsbus des SC Preußen Münster frisst derzeit ordentlich Auswärtskilometer, es steht eine lange Auswärtsfahrt nach der nächsten auf dem Programm. Nachdem die Adlerträger in den letzten Wochen zuerst beim Halleschen FC und dann bei der SpVgg Unterhaching waren, zieht es den Adlertross jetzt ein weiteres Mal in den Süden. Knapp 80 Kilometer nördlich von München gelegen wartet im Audi-Sportpark der dort heimische FC Ingolstadt. Eine weitere schwere Aufgabe für die Münsteraner, die aber gerade auf fremden Plätzen immer wieder Moral bewiesen und gezeigt haben, dass sie gegen jede Mannschaft der Liga mithalten können. „Wir fahren als klarer Außenseiter nach Ingolstadt. Das ist die Rolle, die uns in den letzten Auswärtsspielen aber stark gemacht hat. Das ist dadurch aber kein Automatismus, der uns dazu verleiten darf, dass wir jetzt denken, wir punkten auch da automatisch“, ist sich Cheftrainer Sven Hübscher um das Brett, das er mit seiner Mannschaft am Samstag bohren muss, durchaus bewusst: „Ingolstadt hat aber den Druck, sie haben Zuhause zuletzt nicht so performt, wollen und müssen aber wahrscheinlich aufsteigen. Wir nehmen unsere Rolle an und wissen, dass wir jeden Gegner ärgern können.“

„Das wird belohnt, wenn du das als Mannschaft machst“

Ungeachtet der schweren Aufgabe beim Tabellenfünften, die jetzt vor der Tür steht, steht für den Fußballlehrer ohnehin die tägliche Trainingsarbeit im Vordergrund. Die Defizite, die die Adlerträger aktuell noch auf dem Platz zeigen, können nur dort aufgearbeitet werden. „Der Weg geht über‘s Training. Dort müssen wir besser werden, in die Zweikämpfe gehen und das dann ins Spiel zu übertragen. Nur so werden wir besser“, so der Preußentrainer, der seinem Team gleichzeitig eine wichtige Botschaft mit auf den Weg gibt: „Ich kann nicht versprechen, dass das gegen Ingolstadt schon klappt, aber ich habe der Mannschaft versprochen, dass es der richtige Weg ist, sich jede Woche in jedem Training den Arsch aufzureißen. Das wird belohnt, wenn du das als Mannschaft machst.“ Dieser Erfolg lässt zwar in den letzten Wochen noch auf sich warten, doch die Mannschaft führt den eigenen Entwicklungsprozess unnachgiebig weiter und investiert alles dafür, um das zu ändern. Das muss man dem gesamten Team, das sich bisher auch in keinem Spiel hat hängen lassen, einfach anrechnen. Und ungeachtet der Ergebnisse, die jeden Ärger auch irgendwo rechtfertigen, ist das ein Weg, der gemeinsam und geduldig beschritten werden muss.

Ein weiterer Baustein, der vor dem Auswärtsspiel beim FCI eine Rolle spielt, ist die personelle Situation. Schlussmann und Rückhalt Max Schulze Niehues leidet an Bandscheibenproblemen und ist definitiv raus für die Partie. Dadurch ergibt sich die Chance für Oliver Schnitzler, der am Samstag zwischen den Pfosten stehen wird. „Oli zeigt sich seit Wochen sehr positiv im Training und hat das Feedback von mir schon in Halle bekommen. Beim Test in Groningen haben wir ihm auch extra die 90 Minuten gegeben, um ihn zu stärken. Im Nachhinein bin ich jetzt sehr froh, dass wir das gemacht haben. Das ist jetzt seine Chance und die muss er nutzen.“ Für Schnitzler wird es in dieser Saison das erste Ligaspiel werden, bereits in der letzten Spielzeit hatte der Keeper aber seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Jetzt kann sich der 24-Jährige beim FCI erneut beweisen.

Darüber hinaus wird auch Taktgeber Fridolin Wagner fehlen, er kassierte im letzten Spiel seine fünfte gelbe Karte. Ebenso fehlen wird auch Jannik Borgmann, der Probleme mit einem entzündeten Zeh hat. Bangen müssen die Preußen zudem noch um den Einsatz von Seref Özcan. Der Flügelflitzer zog sich gegen Großaspach eine Bänderdehnung im Knie zu und konnte die Woche bisher nur dosiert trainieren. „Er wackelt noch. Wir wollen ihn Donnerstag und Freitag trainieren lassen, können es aber noch nicht abschätzen“, kann und will der Preußentrainer noch keine richtige Prognose abgeben. Erfreulich wiederum ist, dass Luca Schnellbacher, der gegen Großaspach kurzfristig ausfiel, die ganze Woche trainiert hat und auf einen Einsatz brennt. Ähnlich sieht es bei Ole Kittner aus, der auch die ganze Woche wieder auf dem Platz stand. „Luca will es extrem, er brennt auf seinen Einsatz. Und auch Ole macht Druck auf die anderen“, drängen sich für Sven Hübscher die Alternativen auf. Beim FC Ingolstadt wird es in jedem Fall darauf ankommen, die guten Trainingsleistungen ins Spiel zu übertragen – um dann die Heimreise mit drei Punkten anzutreten.

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