Unermüdlich beackert Niklas Heidemann (l.) die linke Seite und seine Gegenspieler. Fotos: Sanders

Dauer(b)renner Niklas Heidemann im Spielerporträt

Immer wieder marschiert Niklas Heidemann in 90 Minuten im Preußenstadion die Linie rauf und runter, sprintet von einem Strafraum zum anderen, um sich so oft wie möglich in der Offensive einzuschalten, gleichzeitig aber auch die defensive Stabilität zu wahren. Diese Mentalität wird von den Fans geliebt, Heidemann liegt sie in der DNA. Schon in der Vorbereitung zeichnete sich dabei ab, welches Pensum der bullige Blondschopf immer wieder aufs Neue abspult, das zeigten auch seine getrackten Fitnesswerte während der Spiele. „Ich bin ein Spieler, der über seine Dynamik und seine Physis kommt, das ist gerade auf meiner Position extrem wichtig“, weiß der 23-Jährige um seine Stärken und wollte sich mit genau diesen einbringen – und überzeugte damit auch Cheftrainer Marco Antwerpen, der Heidemann auf der linken Seite das Vertrauen schenkt. Bis auf eine Grippe-bedingte Auszeit stand er in allen Pflichtspielen,, bis auf eine Halbzeit im Westfalenpokal, immer über die volle Distanz auf dem Platz.

„Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, da fiel es mir leicht, mich zu integrieren. Mit Lion und Tobi bilde ich eine Fahrgemeinschaft, neben Ole sitze ich in der Kabine, die Jungs haben mir da geholfen anzukommen. Das ist sicherlich auch ein wichtiger Grund, warum ich in der Vorbereitung direkt durchstarten konnte. Dass ich jetzt alle Spiele – und da waren mit Lautern, Osnabrück und Lotte bereits echte Highlights dabei – über 90 Minuten mitnehmen durfte, ist natürlich etwas Besonderes für mich“, hat der Neuzugang, der aus der Regionalliga vom Wuppertaler SV an die Hammer Straße gewechselt war, seine eigenen Erwartungen übertroffen: „Ich bin natürlich mit dem Ziel hierher gewechselt, mich durchzusetzen. Dass es so schnell funktionieren würde, konnte ich aber im Vorfeld ja nur hoffen.“

Ein weiterer Grund, warum der talentierte Linksverteidiger so schnell Fuß fasste, ist die Tatsache, dass das Vereinsumfeld kein Neuland für ihn war. „Ich habe hier in der U16 und U17 gespielt, aber war auch oft im Stadion und habe den Drittliga-Aufstieg hier miterlebt“, sind die Bilder dieser Zeit noch immer präsent in seinem Kopf. Auch seinen damaligen Trainer Martin Holtkamp hat der ehemalige YOUNGSTAR bereits wiedergetroffen und sich nochmal mit ihm ausgetauscht. Es ist also eher ein neues Kapitel in einem bereits angefangen Buch als eine richtige Neuerscheinung – auch, wenn es die erste Profistation in seiner noch jungen Laufbahn ist.

Aus der Preußenjugend ging es damals für Heidemann zunächst zur SG Wattenscheid, danach in die U19-Bundesliga zum MSV Duisburg, wo er Kapitän wurde: „Die U19-Bundesliga war immer mein Ziel. Dort dann noch Kapitän zu sein, war eine sehr interessante Aufgabe, weil man auch andere Gespräche mit dem Trainer oder dem Nachwuchsleiter geführt hat.“ Für einen Sprung zu den Profis reichte es zu dem Zeitpunkt noch nicht, auch wenn er immer wieder Teil des Profi-Trainings war. So sammelte er in der U23 des Zebras Spielpraxis, ehe diese 2016 aufgelöst wurde und der gebürtige Schwerter nach Wuppertal wechselte. Dort absolvierte Heidemann in zwei Jahren 60 Spiele in der Regionalliga West und machte mit guten Leistungen die Preußen sich aufmerksam.

„Nach dem Winter hat sich der Kontakt verstärkt und Malte Metzelder und Marco Antwerpen haben sich Spiele von mir angeschaut. Das war eine wichtige Phase für mich. Ich bin stolz und froh, dass das geklappt hat“, ist für den 1,85 Meter großen Verteidiger mit dem ersten Profivertrag ein Traum in Erfüllung gegangen. „Ich genieße jeden Tag hier. Die Trainingsbedingungen, die Zusammenarbeit mit dem Trainer – Es macht einfach riesig viel Spaß“, fühlt sich Niklas Heidemann bereits pudelwohl.

Nur in die Domstadt ist er bisher noch nicht gezogen, da war in den wenigen Wochen noch keine Zeit für. „Ich habe zuletzt meine Bachelorarbeit geschrieben und vor kurzem meinen Abschluss in Versorgungstechnik gemacht, da blieb nicht viel Zeit nebenher. Aber ich denke, ich werde mich bald mal umschauen, die Stadt sagt mir auf jeden Fall zu“, kennt er Münster bereits von dem einen oder anderen Besuch oder von Unternehmungen mit seinen Mannschaftskollegen. Sein Wohnzimmer wird für die nächste Zeit aber das Preußenstadion bleiben, wo Niklas Heidemann weiterhin die Linie rauf und runter marschieren wird.

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