Einsatz und Leidenschaft bis zum Umfallen: In Halle haben die Adlerträger alles gegeben und wurden mit einem Punkt belohnt. Foto: Sanders

Einen Punkt mitgenommen: 2:2-Unentschieden beim Halleschen FC

Mit einem schwer erarbeiteten Punkt im Gepäck trat der SC Preußen Münster am 9. Spieltag die Heimreise aus Halle an. In einem packenden Duell mit dem Halleschen FC lieferten die Adlerträger einen leidenschaftlichen Auftritt ab und verdienten sich so ein 2:2-Unentschieden beim Spitzenteam HFC. Die Tore für die Preußen hatten der starke Heinz Mörschel und Joel Grodowski erzielt, der mit seinem ersten Ballkontakt wenige Minuten vor Schluss den wichtigen Ausgleichstreffer erzielte.

Für die Auswärtsaufgabe beim Halleschen FC hatte sich Preußentrainer Sven Hübscher eine neue taktische Grundordnung überlegt, um die wuchtige Offensive der Gastgeber zu stoppen und selbst wieder mehr Torgefahr auszustrahlen. Zudem war der Fußballlehrer durch die Ausfälle von Simon Scherder und Maurice Litka ohnehin gezwungen, auch personell zu wechseln. Wie unter der Woche angekündigt rutschten die genesenen Ole Kittner und Fridolin Wagner gleich in die Startelf und bildeten gemeinsam mit Okan Erdogan im 3-5-2-System die Dreierkette. Im Mittelfeldzentrum sollten Seref Özcan und Kevin Rodrigues Pires auf den Halbpositionen und Nico Brandenburger auf der Sechs die Fäden ziehen. Über außen kamen Kapitän Julian Schauerte und Niklas Heidemann, die die Doppelspitze um Rufat Dadashov und Heinz Mörschel mit Bällen füttern sollten.

Halle mit viel Ballbesitz

Die positive Stimmung und die Erfolgswelle, die der Hallesche FC zurzeit reitet, waren im Erdgas Sportpark gleich zu spüren. Von den Rängen kam lautstarke Unterstützung, auf dem Platz agierten die Hausherren mit breiter Brust und viel Selbstvertrauen. Doch davon ließen sich die Preußen nicht einschüchtern. Ebenfalls mit den eigenen Fans im Rücken wirkten die Adlerträger von Beginn griffig und aggressiv in den Zweikämpfen, um dem Spitzenreiter unmittelbar die Stirn zu bieten. So verbuchte der HFC die deutlich höheren Ballbesitzwerte für sich, doch richtige Chancen sprangen in der ersten Halbzeit dabei nicht heraus. Die Angriffe der Preußen entstanden zwar ebenfalls eher durch vereinzelte Einzelaktionen, aber das war am Samstag beim Tabellenführer auch in Ordnung. Für mehr eigene Offensivkraft fehlten im Spielaufbau die Optionen, sodass der zentrale Mann Fridolin Wagner oft zum langen Ball greifen musste, um Dadashov und Mörschel in Szene zu setzen.

Wenn Cheftrainer Sven Hübscher in der Pause dann nochmal an Stellschrauben drehen wollte, dann um mehr Offensivdrang ins eigene Spiel zu bekommen. Und da haben die Ansagen in der Kabine scheinbar gestimmt. Nur kurz nach dem Seitenwechsel spielten die Adlerträger einen Angriff endlich konsequent durch, bis Seref Özcan auf Heinz Mörschel durchstecken konnte, der cool an HFC-Keeper Kai Eisele vorbei einschob (48.). Etwas überraschend war die Führung zu diesem Zeitpunkt, keine Frage, doch durch die leidenschaftliche und konsequente Defensivarbeit der Münsteraner auch ein Stück weit verdient. Der Treffer sorgte bei den Hausherren sichtlich für Unmut, die in der Folge noch mehr versuchten, selbst Torgefahr auszustrahlen. Da kam es den Hallensern entgegen, das die Preußen nach dem Tor die eigenen Reihen etwas weiter auseinanderziehen ließen und so mehr Räume boten.

Dadurch kamen sie aber auch selbst zu Chancen. Rufat Dadashov stiebitzte einem HFC-Verteidiger den Ball und lief auf den Kasten zu, doch dann waren die Münsteraner zu verspielt und verpassten den Torabschluss, um zu erhöhen. Fast im Gegenzug fiel dann der 1:1-Ausgleich. Eine Flanke von der rechten Seite fälschte der starke Okan Erdogan so unglücklich ab, dass sie über den herauseilenden Max Schulze Niehues hinweg flog und Pascal Sohm am zweiten Pfosten nur noch einschieben musste (63.). Damit bekam die Erfolgswelle der Gastgeber nochmal neuen Schwung und drückte die Preußen tief in die eigene Hälfte. Entlastungsangriffe wurden immer seltener und so passierte es, dass eine Hereingabe von Göbel am Arm von Heidemann landete. Den fälligen Strafstoß verwandelte Bentley Bayter Bahn sicher.

Grodowski-Treffer leitet kuriose Schlussphase ein

Damit war das letzte Kapitel dieser Partie aber noch nicht geschrieben. Joel Grodowski kam für den angeschlagenen Rufat Dadashov und sollte einen ganz besonderen ersten Ballkontakt haben. Im Sechzehner legte Luca Schnellbacher nochmal auf die Nummer 27 quer, der mit seinem ersten Kontakt das Leder im Tor unterbrachte – 2:2! (84.) Im Anschluss wurde es kurios im Erdgas Sportpark. Ein unklarer Wechsel der Hallenser sorgte für Verwirrung und eine mehrminütige Unterbrechung, die auch nach dem Spiel keine richtige Klärung fand. Unbeeindruckt davon schmissen sich die Preußen auch die gesamte siebenminüte Nachspielzeit noch in jede einzelne Situation und verteidigten das 2:2-Unentschieden mit aller Leidenschaft, die sie in dieser Parite ausgemacht hat.

Die Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Kittner, Wagner, Erdogan – Schauerte, Özcan (Hoffmann, 78.), Brandenburger, Pires (Schnellbacher, 18.), Heidemann – Mörschel, Dadashov (Grodowski, 83.)

Halle: Eisele – Göbel, Mai, Vollath, Landgraf – Bahn, Joppek, Guttau (Nietfeld, 54.) – Drinkuth – Boyd (Washausen, 83.), Sohm

Tore: 1:0 Mörschel (48.), 1:1 Sohm (63.), 1:2 Bahn (78.), 2:2 Grodowski (84.)

Gelbe Karten: Bahn, Boyd, Mai / Pires, Mörschel, Schnellbacher

Zuschauer: 9.021

Schiedsrichter: Michael Bacher

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