Große Enttäuschung: Mit 2:3 unterlagen die Preußen dem SC Viktoria Köln. Foto: Sanders

Für einfache Fehler bestraft: 2:3-Heimniederlage gegen Viktoria Köln

Am achten Spieltag unterlag der SC Preußen Münster dem SC Viktoria Köln mit 2:3 und kassierte die erste Heimniederlage in dieser Saison. Ausschlaggebend dafür war eine schwache erste Hälfte, in der die Adlerträger die Gäste aus Köln teilweise einluden, Tore zu schießen. In Durchgang zwei zeigten die Preußen eine Leistungssteigerung, doch ein weiterer Fehler sorgte für die Vorentscheidung. Die Aufholjagd mit den Treffern von Rufat Dadashov und Heinz Mörschel kam am Ende zu spät, um doch noch Punkte mitzunehmen.

Für das Heimspiel war Seref Özcan rechtzeitig fit geworden, für die Startelf reichte es aber noch nicht. So durfte Philipp Hoffmann in vorderster Linie an der Seite von Rufat Dadashov und Luca Schnellbacher stürmen. Im Mittelfeldzentrum musste Fußballlehrer Sven Hübscher den Ausfall von Fridolin Wagner kompensieren, seine Position nahm Nico Brandenburger ein. Neben ihm sollten Maurice Litka und Kevin Rodrigues Pires die Fäden ziehen. In der Viererkette erhielt auf der linken Seite Alexander Rossipal den Vorzug und kam zu seinem Liga-Debüt für die Preußen. Komplettiert wurde die letzte Reihe von Simon Scherder, Okan Erdogan und Julian Schauerte.

Doppelschlag für Köln

Im eigenen Stadion begannen die Preußen in den Anfangsminuten wieder mutiger und versuchten sich über einen breit aufgestellten Spielaufbau nach vorne zu kombinieren. Durch Nico Brandenburger näherten sich die Adlerträger auch ein erstes Mal dem Tor der Viktoria an, doch danach kippte die Partie komplett zu Gunsten der Gäste. Mit einem langen Ball über die linke Abwehrseite der Münsteraner brachen die Kölner bis an die Grundlinie durch, wo Marcel Gottschling quer legte und Mike Wunderlich im Zentrum nur noch einschieben musste (8.). Die Verunsicherung durch den Gegentreffer war den Hausherren anzumerken, die die Viktoria wenig später durch eine ganze Reihe von Fehlern zum 0:2 einluden. Okan Erdogan vertendelte den Ball im Spielaufbau und Wunderlich lief alleine auf Keeper Max Schulze Niehues zu. Der behielt im ersten Eins-gegen-eins noch die Oberhand, doch den Abpraller schnappte sich der Viktorianer erneut und zimmerte das Leder aus einem spitzen Winkel ins Tor – 0:2 (18.).

In der Folge brauchten die Preußen erstmal, um diesen Schock zu verdauen. Köln spielte weiter munter auf, kam aber immerhin nicht direkt zu weiteren Chancen. Das erste offensive Lebenszeichen nach den Gegentoren sendete Luca Schnellbacher nach einer halben Stunde mit einem Distanzschuss, der den Querbalken streifte. In der Defensive bekamen die Preußen die umtriebige Offensivabteilung zwar stetig besser in den Griff, dennoch wäre nach einem Eckball der Ball fast wieder im eigenen Kasten gelandet. Nach einer unübersichtlichen Szene war es Schulze Niehues, der einen weiteren Gegentreffer verhinderte. Kurz darauf ging es in die Pause.

Zu späte Aufholjagd bleibt erfolglos

Aus der Kabine kam die unveränderte Hübscher-Elf dann mit neuem Schwung und erarbeitete sich auch erste richtig gute Chancen. Über die rechte Seite brachte Philipp Hoffmann eine Flanke scharf in den Sechzehner, der Abschluss von Rufat Dadashov sprang aber an den Außenpfosten. Dennoch war eine andere Körpersprache und auch eine andere Spielweise zu erkennen. Die Adlerträger pressten jetzt über den ganzen Platz, suchten aggressiver die Zweikämpfe und wollten die Kölner so zu Fehlern zwingen. Mit Heinz Mörschel und Seref Özcan brachte der Preußentrainer zudem nochmal frische Offensivkräfte. Gerade Mörschel sollte aber vor allem durch einen folgenschweren Fehler in Erscheinung treten. Mitten in einer Phase, in der die Hausherren ein Übergewicht entwickelten, leistete sich die Nummer 21 im Spielaufbau einen Abspielfehler. Albert Bunjaku war der glückliche Nutznießer, der alleine vor Schulze Niehues stand und cool einschob (72.).

Das war die Vorentscheidung am Samstag, obwohl die Preußen in der Schlussphase nochmal eine Aufholjagd starteten. Kevin Rodrigues Pires setzte Rufat Dadashov mit einem Schnittstellenpass in Szene, der Mittelstürmer schob zum 1:3 ein (79.). Der Treffer sorgte für zusätzlichen Schwung und neuen Mut im Spiel der Münsteraner, die es nochmal wissen wollten. Immer wieder setzten die Adlerträger jetzt nach und wirkten deutlich präsenter. Heinz Mörschel (87.) verkürzte wenige Minuten später noch zum 2:3, doch mehr sollte im Preußenstadion nicht mehr herausspringen. Zudem flog Simon Scherder kurz vor Schluss noch mit Gelb-Rot vom Platz. Mit dem Schlusspfiff stand wenig später die erste Heimniederlage in dieser Saison fest.

Die Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Erdogan, Scherder, Rossipal – Litka (Mörschel, 57.) Brandenburger, Pires (Grodowski, 82.) – Hoffmann, Dadashov, Schnellbacher (Özcan, 54.)

Köln: Mesenhöler – Gottschling, Dietz, Lanius (Ristl, 75.), Holthaus (Lang, 69.) – Saghiri, Dej – Holzweiler (Koronkiewcz, 70.), Wunderlich, Handle – Bunjaku

Tore: 0:1 Wunderlich (8.), 0:2 Wunderlich (18.), 0:3 Bunjaku (72.), 1:3 Dadashov (79.), 2:3 Mörschel (87.)

Gelbe Karten: Rodrigues Pires, Litka / Lang

Gelb-Rote Karte: Simon Scherder

Zuschauer: 5.217

Schiedsrichter: Justus Zorn

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