Viel Kampf auf beiden Seiten, am Ende kassierten die Preußen durch den späten Ausgleich noch den Nackenschlag. Foto: Sanders

Später Nackenschlag: Großaspach gleicht kurz vor Schluss zum 1:1-Remis aus

Über 90 Minuten will es beim SC Preußen Münster zurzeit nicht funktionieren. Beim 1:1-Unentschieden gegen die SG Sonnenhof Großaspach haben es die Adlerträger diesmal geschafft, selbst durch Fridolin Wagner in Führung zu gehen. Im zweiten Durchgang gelang es den Münsteranern aber nicht, das Ergebnis über die Zeit zu retten. In Unterzahl traf Imbongo Boele spät für den Dorfklub. Damit bleiben die Preußen auch nach dem 12. Spieltag Tabellenachtzehnter.

Am frühen Morgen erreichte Cheftrainer Sven Hübscher noch die schlechte Nachricht, dass Luca Schnellbacher kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen ausfällt. Gerade nach seinem Treffer in der Vorwoche ein Ärgernis. So bildeten am Samstag neben Rufat Dadashov im Zentrum Heinz Mörschel und Seref Özcan das Angriffstrio, das für Gefahr sorgen sollte. In der Mittelfeldzentrale sollten die spielstarken Frido Wagner und Kevin Rodrigues Pires die Fäden ziehen, auf den Außenbahnen spielten wie gewohnt Julian Schauerte und Niklas Heidemann. Auch die Dreierkette um Okan Erdogan, Simon Scherder und Alexander Rossipal veränderte der Fußballlehrer nicht, da musste Ole Kittner vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Wagner mit der Führung

Der Beginn im Preußenstadion war von beiden Mannschaften noch etwas verhalten, keines der beiden Teams wollte frühzeitig ins Risiko gehen, das war zu merken. So prägten viele kurze und einfache Pässe das Spielbild, das insgesamt abwartend verlief. In Kombination mit der hohen Fehlerquoute, die in den Anfangsminuten herrschte, wollte kein richtiger Spielfluss entstehen, noch gab es größere Chancen für eines der beiden Teams. Doch nach einer knappen Viertelstunde bekamen die Preußen mehr Sicherheit in ihr Spiel und schafften es, sich nach und nach ins letzte Drittel zu kombinieren. Eingeleitet wurde der Führungstreffer jedoch durch eine starke Einzelaktion des auffälligen Seref Özcans. Der Flügelflitzer ließ seinen Gegenspieler auf der Außebahn stehen, marschierte in den Strafraum und hatte dann das Auge für den besser postierten Frido Wagner, der zwischen dem Elfmeterpunkt und der Strafraumkante lauerte. Wagner legte sich das Leder mit dem ersten Kontakt zurecht, mit dem Zweiten beförderte den Ball in den Winkel – 1:0 (18.).

Großaspach wirkte die meiste Zeit harmlos im Preußenstadion, legte eine hohe Fehlerqoute an den Tag und schaffte es selten, für Gefahr zu sorgen. Trotzdem war es Keeper Max Schulze Niehues zu verdanken, das die Führung bis zur Pause bestand hatte. Schon ganz zu Beginn der Partie war der Preußen-Rückhalt einmal rechtzeitig abgetaucht, nach einer halben Stunde rettete die Nummer 35 dann, weil er frühzeitig herauseilte und sich energisch in den Schuss von Timo Röttger schmiss. Nach der Pause passierte sportlich zunächst nicht viel, da gab es kaum nennenswerte Szenen. So sorgte eine Rudelbildung nach einer knappen Stunde erstmals wieder für Aufregung im Preußenstadion. Zuvor war Seref Özcan grob gefoult worden, den anschließenden Protesten der Preußen boten die Gäste die Stirn. Das Ergebnis? Gleich vier gelbe Karten.

Eine gewisse Spannung lag trotzdem durchgehend in der Luft, ein Tor Vorsprung ist nunmal nicht viel. Und so hätte eine scheinbar ungefährliche Szene beinahe zum Ausgleich geführt. Eine Flanke landete auf dem Kopf von Kai Gehring, der Schulze Niehues zu einer weiteren Glanzparade zwang. Der Schlussmann streckte sich in den Himmel und lenkte das Leder so noch an die Lattenunterkante. Die Szene war der Auftakt für die beste Phase der Großaspacher, die im Dauerregen von Münster begannen, die Hausherren immer tiefer in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Mit weiteren Abschlüssen näherte der Dorfklub sich auch dem Tor an, doch die Führung hatte noch Bestand. Mitten in dieser Phase schwächten sich die Gäste aber selbst: Sebastian Bösel musste das taktische Foul gegen Özcan ziehen, der ansonsten durch gewesen wäre. Als Quittung dafür kassierte er eine Viertelstunde vor Schluss die Ampelkarte.

Passivität bestraft: Später Ausgleich

Doch das half auch nicht, damit die Preußen zurück ins Spiel fanden. Die Adlerträger versuchten krampfhaft, das Ergebnis über die Ziellinie zu retten und vergaßen dabei, selbst mit kühlem Kopf weiterzuspielen. Diese Passivität wurde dann kurz vor Schluss bestraft. Mehrere Querschläger und unsaubere Klärungsaktionen landeten im eigenen Strafraum vor den Füßen der Großaspacher, die sich in Person von Imbongo Boele bedankten und ausglichen – 1:1 (87.). In der siebenminütigen Nachspielzeit drehten die Adlerträger den Spieß wieder um und rannten mit aller Kraft an, doch der Lucky Punch sollte nicht mehr gelingen, sodass es beim bitteren 1:1-Unentschieden gegen die SG Sonnenhof Großaspach blieb.

Die Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Erdogan, Scherder, Rossipal – Schauerte, Wagner (Brandenburger, 86.), Pires, Heidemann – Özcan (Litka, 82.), Dadashov, Mörschel (Grodowski, 74.)

Großaspach: Reule – Gehring, Leist, Slamar – Sommer (Hingerl, 82.), Bösel, Jüllich, Vlachodimos, Behounek – Röttger (Gaines II, 72.), Brünker (Imbongo Boele, 65.)

Tore: 1:0 Wagner (18.), 1:1 Imbongo Boele (87.)

Gelbe Karten: Erdogan, Özcan, Heidemann, Dadashov, Hübscher (Trainer) / Vlachodimos, Brünker, Slamar

Gelb-Rote Karte: Bösel

Zuschauer: 5.084

Schiedsrichter: Robert Kempter

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