Mit dem 2:3-Anschlusstreffer durch Luca Schnellbacher (l.) keimte noch mal kurz Hoffnung auf. Foto: MS/SCP

Zu viele Abwehrfehler bei 2:3-Niederlage in Würzburg

Vor 4.355 Zuschauern unterlag der SC Preußen Münster am 5. Spieltag den Würzburger Kickers mit 2:3. Dabei zeigten die Adlerträger phasenweise gute spielerische Ansätze, offenbarten aber auch zu viele Defensivschwächen.

Der SCP präsentierte sich gegen die Würzburger Kickers mit nur einer Veränderung gegenüber dem letzten Drittligaspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Und die hatte sich in den letzten Wochen bereits angedeutet. Ugur Tezel kam zu seinem Startelf-Debüt in der 3. Liga und verdrängte heute den Platzhirschen Niklas Heidemann auf der Position des Linksverteidigers. Schon im Pokalspiel in Reken und zuhause im Test gegen Borussia Dortmund hatte Tezel gezeigt, dass er bereit ist. Ansonsten blieb die Viererkette unverändert mit Schauerte, Kittner und Scherder, davor bildeten Wagner und Rodrigues Pires erneut die Doppelsechs, hinter dem Dreigestirn Özcan, Mörschel und Schnellbacher. In vorderster Front stürmte Dadashov im 4-2-3-1.

Auch wenn die erste brandgefährliche Situation den Adlerträgern gehörte, als Schnellbacher alleinstehend vor dem gegnerischen Schlussmann nur mit der Fußspitze an den Ball kam (11.), enttäuschten die Preußen im ersten Durchgang über weite Strecken. Defensiv wackelten sie gegen offensiv ausgerichtete und leidenschaftlich aufspielenden Hausherren und konnten offensiv zu selten Nadelstiche setzen, auch wenn das Potential immer wieder aufblitzte. Vor allem über die heute anfälligere linke Abwehrseite starteten die Kickers immer wieder gefährliche Angriffe und gingen nach 14 Minuten durch Pfeiffer in Führung. Nach dem Führungstreffer kamen die Gäste noch mehr aus dem Tritt, überließen dem Gegner das Mittelfeld und verloren zu viele Zweikämpfe.

Frühe Umstellung in der Abwehrzentrale

Dann musste auch noch Abwehrchef Ole Kittner nach einer halben Stunde verletzt vom Feld, als er nach einem Luftduell aufkam, unglücklich umknickte und sich am Sprunggelenk verletzte. Für ihn kam Okan Erdogan ins Spiel. In der 38. Minute keimte dann Hoffnung auf, als Kapitän Julian Schauerte den etwas überraschenden Ausgleich erzielte. Mit einer Energieleistung brachte der auffällige Özcan das Spielgerät in den Strafraum, Schnellbacher legte zurück und Schauerte köpfte aus dem Rückraum in die Maschen. Viel Zeit zur Freude blieb aber nicht, weil die Kickers quasi mit dem Halbzeitpfiff durch einen Foulelfmeter auf 2:1 erhöhten.

Personelle Wechsel gab es nach der Pause zunächst nicht und auch am Spielgeschehen änderte sich wenig. Die Mainfranken bestimmten weiter das Spiel und setzten offensive Akzente. So auch in der 53. Minute, als Kaufmann Tezel im Zweikampf stehen lässt und völlig frei das 3:1 erzielen kann. Nach einer Stunde wechselte Preußencoach Sven Hübscher zum zweiten Mal, brachte Litka für den heute unauffälligen Mörschel und später Hoffmann für Özcan. Als man den SCP gedanklich schon abgeschrieben hatte, keimte noch mal leichte Hoffnung auf, als Schnellbacher in der 88. Minute den 2:3-Anschlusstreffer erzielte, doch der letzte Sturmlauf blieb aus. Am Ende steht eine verdiente Niederlage, die in der Höhe fast etwas schmeichelhaft ist.

Daten zum Spiel

Aufstellung FWK: Verstappen – Hemmerich, Hansen, Schuppan, Kwadwo – Hägele, Sontheimer – Gnase (Baumann, 80.)- Kaufmann, Pfeiffer, Vrenezi (Wiedemann, 78.)

Aufstellung SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Kittner (Erdogan, 30.), Scherder, Tezel – Wagner, Rodrigues Pires – Özcan (Hoffmann, 80.), Mörschel (Litka, 61.), Schnellbacher – Dadashov

Tore: 1:0 Pfeiffer (14.) 1:1 Schauerte (38.) 2:1 Vrenezi (45.) 3:1 Kaufmann (53.) 3:2 Schnellbacher (88.)

Gelbe Karten: – / Wagner, Pires

Zuschauer: 4.355

Schiedsrichter: Lukas Benen

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