Nicht viele dürften den 31. Spieltag der Regionalliga-Saison 2021/2022 in besonderer Erinnerung behalten haben. Der SC Preußen besiegte den FC Homburg vor 5.361 Zuschauern mit 2:0 und festigte damit seine Spitzenposition, verpasste am Ende der Spielzeit jedoch den Aufstieg in die 3. Liga denkbar knapp. Doch ausgerechnet dieses Spiel sollte Spuren hinterlassen, die weit über die Saison hinausreichen. Denn auf der Gegenseite machte ein gewisser Offensivspieler auf sich aufmerksam, der im Hinspiel noch gefehlt hatte. Sein Name: Yassine Bouchama. Der umtriebige Angreifer mit Straßenfußballer-Flair wechselte schließlich zur folgenden Saison nach Münster. Gut dreieinhalb Jahre später trägt Bouchama immer noch den Adler auf der Brust – und absolvierte heute, gegen den Karlsruher SC, sein 100. Spiel im Preußentrikot.
Die Nummer 5 der Adlerträger hat eine außergewöhnliche Reise hinter sich. Kein Nachwuchsleistungszentrum, kein geradliniger Profiplan – stattdessen der lange Weg über den Amateurfußball. Landesliga, Oberliga, Regionalliga – dann der Wechsel nach Münster. Mit dem SCP stieg der heute 28-jährige direkt in die 3. Liga auf und erkämpfte sich auch dort seinen Platz. 32 Einsätze und vier Treffer steuerte er in der Aufstiegssaison bei und hatte damit einen großen Anteil am nächsten Kapitel der gemeinsamen Erfolgsgeschichte: dem Durchmarsch in die 2. Bundesliga.
In dieser Spielzeit hat sich Bouchama in einer neuformierten Mannschaft ebenfalls zum wertvollen Baustein entwickelt. Sinnbildlich dafür steht der 2:1-Heimerfolg gegen Holstein Kiel, als den SCP eine beispiellose Verletzungsmisere verfolgte und die Adlerträger zur Pause einem 0:1-Rückstand hinterherliefen. Bouchama drehte nach dem Seitenwechsel richtig auf, holte den Elfmeter zum Ausgleich heraus und traf mit einem wuchtigen Schuss selbst zum 2:1. Sprechchöre mit seinem Namen hallten von den Tribünen, die Kicker-Note: 1,5. Seitdem stand Bouchama stets in der Startformation. Nun also der 100. Einsatz für den SC Preußen.



